Einen Brembo geberzylinder in dein altes motorrad einbauen und uneinholbar bremsen

16.03.2017

Wie haben bei einer gebrauchten Kawasaki durch den Einbau von Brembo Bremsenteilen die Bremsleistung verstärkt

Habt ihr ein Motorrad, das fast 10 Jahre alt ist, und habt ihr euch damit abgefunden, beim Bremsen keine Chance gegen Motorräder der neuesten Generation zu haben? Für dieses Problem scheint es keine Lösung zu geben, vor allem wenn man kein Vermögen ausgeben möchte. Wir von Brembo haben aber etwas für Euch.

Um es euch zu veranschaulichen, haben wir eine Kawasaki Z750 aus dem Jahr 2009 genommen und einige Änderungen daran vorgenommen.

 

 

Die Naked gehört einer Italienerin, Nicole, die unzufrieden war mit der Leistung der Serienbremse, die vorne aus einer doppelten Bremsscheibe mit 300 mm Durchmesser besteht, auf die 2-Kolben-Bremssättel wirken, während die hintere Bremse aus einer einfachen Bremsscheibe mit 200 mm Durchmesser und einem Mono-Kolben-Bremssattel besteht.

Durch die mehreren 10.000 Kilometer, die die Maschine gefahren wurde, und auch durch die Jahre, die das Motorrad mittlerweile auf dem Buckel hat, ist die Bremsanlage schon ziemlich abgenutzt.

Nicole beklagt sich über die schlechte Bremsleistung in steilen Abfahrten: „Ich fahre oft mit Freunden, die eine Aprilia Tuono V4 und eine Ducati Streetfighter haben, aus. Bergauf und in der Ebene kann ich mithalten, aber bergab habe ich keine Chance, weil ich nicht so bremsen kann wie sie“.

 

 
 

Laut Nicole scheinen aber auch die Bremsbeläge am Anfang des Bremsvorgangs ohne Biss zu sein, die Reaktion auf das Anziehen des Bremshebels scheint verspätet zu kommen, anders als bei anderen Naked Motorrädern mit Bremsanlagen in gutem Zustand.

Außerdem laufen die Bremsen - Scheiben und Beläge – bei mehrmaligem, aggressivem Bremsen hintereinander leicht heiß und verlieren an Effizienz.

Zusammengefasst kann man sagen, dass der Z750 Leistung und Modulierbarkeit fehlen. Nichts Ungewöhnliches, es handelt sich durchwegs um Probleme, die Motorräder nach ein paar Jahren eben bekommen.

Vor allem wenn der Besitzer oder die Besitzer, falls es im Laufe der Jahre mehrere waren, die Wartung der Bremse vernachlässigt haben.

Gerade bei den Bremsen ist das aber besonders wichtig, denn Bremssysteme, die perfekt funktionieren, können den Fahrer in brenzligen Situationen aus der Klemme helfen.


 
 

Da die Bremsscheiben der Z750 noch in gutem Zustand sind, haben wir es nicht für notwendig erachtet, sie auszutauschen. Die Bremsflüssigkeit muss auf jeden Fall gewechselt werden, denn der sieht man die Jahre schon an, sie hat viel Flüssigkeit aufgenommen.

Die Bremsflüssigkeit sollte alle 2-3 Jahre ausgetauscht werden, auch wenn nicht viele Kilometer gefahren werden, um die Funktionsfähigkeit des gesamten Systems nicht zu gefährden.

Wir haben die Bremsflüssigkeit LCF600 von Brembo gewählt, die für Straßenmotorräder geeignet ist, aber auch im Rennsport verwendet wird.


 

Um die Bremsbeläge, die fast abgefahren waren, zu ersetzen, haben wir aus dem großen Sortiment aus dem Brembo-Katalog  die beste Lösung für das Motorrad und für Nicole ausgewählt.

Wir haben die Beläge SC ausgesucht, die gute Bremsleistung schon im kalten Zustand und einen beeindruckenden Reibungskoeffizienten auch bei hohen Betriebstemperatur aufweisen.

Kurz gesagt, die Beläge SC sind perfekt für sportliche Fahrer, sie sind aber genauso für den täglichen Gebrauch geeignet.

 

 
 

Den Quantensprung bei der Qualität bringt der Wechsel des Geberzylinders: der Serienzylinder der Z750 von Nicole ist ein relativ günstiges Teil und kann daher keine Leistungen wie ein Racing-Nachbau bringen. Um Nicoles Fahrerlebnis zu etwas Besonderem zu machen, haben wir in ihr Motorrad eine Brembo Pumpe, Modell 15RCS, eingebaut.§

Das Kürzel RCS steht für “Ratio Click System” und fasst eine Familie von Radialpumpen zusammen, deren Besonderheit darin besteht, dass sie den Achsabstand sehr schnell ändern können (zwischen 18 und 20 mm). Der kürzere Abstand ist ideal für die, die die Modulierbarkeit suchen, den längeren Abstand verwendet derjenige, der die größtmögliche Bremskraft mit möglichst leichtgängigem Bremshebel bevorzugt.

Da Nicoles Z750 vorne zwei Schwimmsättel mit doppelten Kolben hat, ist die beste Lösung das Geberzylinder-Modell mit 15mm-Durchmesser Kolben. Nach diesen Umbauten haben wir Nicole ihre Z750 wieder übergeben und nach dem nötigen Einfahren der Beläge konnte sie das neue Fahrgefühl mit der umgebauten Bremsanlage ausprobieren.

Nach etwa 1.000 gefahrenen Kilometern sagte sie uns folgendes: „Wenn ich mein Motorrad nicht an ein paar Zeichen und Dingen erkannt hätte, wäre ich sicher gewesen, dass ihr mir ein anderes Motorrad gegeben habt, an dem nur das Nummernschild meiner Z750 angeschraubt worden sind. Es ist absolut unglaublich, niemals hätte ich gedacht, dass eine so krasse Verbesserung möglich wäre, jetzt habe ich keine veraltete Bremsanlage mehr“.


 


 
 

Nicole wurde dann noch präziser: “Ich bin absolut beeindruckt von der Kraft und raschen Reaktion der Bremse. Vorher war der Bremshebel schwammig.

Auch die Modulierbarkeit ist viel besser, jetzt bringt jede veränderte Krafteinwirkung auf den Bremshebel auch eine proportionale Veränderung der Bremskraft. Mit dem alten Geberzylinder bliebe die Bremskraft genau gleich, wenn ich während des Bremsvorgang die Kraft auf den Bremshebel erhöhte“.

Mit einer überschaubaren Investition hat Nicole nicht nur ihre Bremsanlage erneuert, sondern ihre Leistung in jedem Bereich auch noch verbessert. Solche Eingriffe sind auch bei anderen Modellen möglich, egal von welcher Marke oder mit welchem Hubraum. Nicole ist natürlich nicht die Einzige, die ihre Bremsanlage erneuert hat und ihrem Motorrad damit neuen Glanz verleiht.

Im Gegenteil, viele verbessern die Leistung ihrer Bremsen sogar, wenn sie eigentlich schon gute Serienbremsen haben. Manche tauschen die Scheiben aus, andere die Bremssättel, den Geberzylinder oder ersetzen sogar die komplette Serien-Bremsanlage mit einer leistungsstärkeren von Brembo.


 

Wenn ihr einer von diesen seid und Zeit und Lust habt, erzählt und Eure Geschichte, welche Änderungen Ihr an Eurer Maschine vorgenommen und welche Brembo-Teile Ihr dabei verbaut habt. Knausert nicht mit Informationen und Details und schickt möglichst auch Fotos und zwar an web@brembo.it .

Die interessantesten oder überzeugendsten Erzählungen werden wir auf der Brembo website veröffentlichen. Der nächste Brembo Botschafter könntest also du sein. Yes, you can brake again.