Die Entwicklung der Bremsscheiben in der Formel 1

09.11.2015

Von 100 auf über 1200 Belüftungsbohrungen: Brembos Innovationsgeschichte der letzten 10 Jahre

​Mit Ausnahme weniger Fälle wird derzeit in der Formel 1 großteils beim Bremsen überholt. Aus diesem Grund müssen die Bremsanlagen ein sofortiges Anhalten auf kürzesten Bremswegen ermöglichen. Aber durch den immer intensiveren Einsatz können die Bremsen zu sehr überhitzen, was wiederum eine Leistungseinbuße bewirkt.

Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, haben die Brembo Ingenieure bei den Bremsscheiben die radialen Belüftungsbohrungen eingeführt. Mit Fortschreiten der Studien konnte ihre Anzahl laufend erhöht und gleichzeitig ihre Größe verringert werden: vor 10 Jahren, 2005, waren auf einer Bremsscheibe der Formel 1 ca. 100 Bohrungen vorhanden.

Bereits 3 Jahre später hat sich ihre Anzahl verdoppelt und auch die Reihen der Bohrungen in Achsrichtung haben sich verdoppelt. Dank der CFD-Technologie, also der numerischen Strömungsmechanik, und den Fortschritten im Bereich der mechanischen Carbonbearbeitung, stieg 2012 die Anzahl der Belüftungsbohrungen jeder Brembo Bremsscheibe durch eine dritte Reihe auf ca. 600.


 

 

Die vergrößerte, der Belüftung ausgesetzte Oberfläche der Carbon-Scheibe garantiert nämlich eine bessere Wärmeableitung durch Verringerung der Betriebstemperatur, die in einer Bremsanlage der Formel 1 über 1000 Grad erreichen kann.  Diesem Ansatz treu bleibend kamen bei der Formel 1 WM 2014 bei den Boliden bereits Scheiben mit über 1000 Belüftungsbohrungen zum Einsatz. Vor allem sind nicht alle Brembo Bremsscheiben gleich, sondern werden im Sinne einer optimalen Synergie mit den Luftauslässen der verschiedenen Boliden hergestellt.

Um den Luftstrom noch weiter zu verbessern, kommen in diesem Jahr über 1200 Belüftungsbohrungen bei den Brembo Bremsscheiben zur Anwendung. Die Bohrungen, die jetzt in 4 verschiedenen Reihen angeordnet sind, messen 2,5 Millimeter im Durchmesser pro Stück und werden von einer Präzisionsmaschine einzeln hergestellt: Für die Anfertigung der Bohrungen einer einzigen Bremsscheibe sind zwischen 12 und 14 Arbeitsstunden erforderlich.Auf diesem Niveau ist Präzision alles: die Bearbeitungstoleranz beträgt nur 4 Hundertstel.