Brembo und Rallye Dakar

02.01.2016

DIE BREMBO FESTSTELLBREMSE, DIE VOR 30 JAHREN FÜR DIE RALLYE DAKAR ENTSCHEIDEND WAR

Es gibt Marken, die Sie sich am Start eines Rallye-Raid niemals vorstellen könnten:beispielsweise Rolls Royce, Vespa und Porsche. Und dennoch haben alle drei in der Vergangenheit an dieser Rallye, die damals noch Paris-Dakar hieß, teilgenommen.Die Teilnahmen von Rolls Royce und Vespa können zwar in die Kategorie schmückendes Beiwerk eingereiht werden, Porsche trat jedoch mit dem Ziel an Dakar zu gewinnen.Und zwei Mal hat Porsche sein Ziel erreicht.


 



1984 gewann der Franzose René Metge mit dem Porsche 953 die Rallye Paris-Algier-Dakar. 


Zwei Jahre später hingegen ein Doppelerfolg für Porsche:erster Metge, zweiter Jacky Ickx, beide mit dem 959. 


Bei diesem zweiten Mal wurde die Bremsanlage der drei deutschen Fahrzeuge (das dritte wurde von Roland Kussmaul gefahren, der als 6. das Ziel erreichte) von Brembo gebaut.

 

Damals stattete Porsche seine Autos serienmäßig mit Brembo Bremsen aus:Die Geschäftsbeziehung als Bremsanlagenlieferant begann 1982 mit den vierteiligen 4-Kolben Bremssätteln aus Aluminium (3,4 kg wog jeder Sattel) des 930 nach dem Plan von Porsche.Zwei Jahre später plante Brembo die zweiteiligen 4-Kolben Bremssättel (2,8 kg) des 951.


Damals vertrauten die Dakar Teilnehmer auf serienmäßige Bremsanlagen.


 

 
 

Obwohl sie sehr leistungsstark waren, waren die Brembo Bremsanlagen nicht für ein verschleißträchtiges Rennen wie den afrikanischen Marathon konzipiert.Das Hauptproblem bei Porsche war die Feststellbremse, eine Trommelbremse in der Glocke der hinteren Bremsscheibe (im Fachjargon wird diese Lösung als "Drum in Hat" bezeichnet): eine kritische Lösung bei einem Rennen wie der Rallye Dakar, bei dem die Trommelbremse viel Sand aufgenommen und dadurch möglicherweise Fehlfunktionen verursacht hätte.Für den Austausch der Feststellbremse wandte sich Porsche an Brembo:Das Ergebnis bestand in einem zusätzlichen mechanischen Bremssattel aus Aluminium. Ein Produkt, das spezifisch für Porsche und in sehr begrenzter Stückzahl gefertigt wurde, aber es verursachte kein Problem während des gesamten Rallye-Raid-Bewerbs und trug entscheidend zur Übermacht des Stuttgarter Autobauers bei der Auflage 1986 bei.


 
Dieser zusätzliche Bremssattel, der am Bremsband der hinteren Scheibe bremste, zeichnete sich durch die automatische Vorrichtung für die Wiederherstellung des Belagverschleißes aus (sie wurde von einem Bremssattel übernommen, der für die Honda Motorräder entwickelt wurde), da bei den Fahrzeugen der Rallye Paris-Dakar die Feststellbremse auch als dynamische Bremse verwendet wurde (um das Ausscheren zu steuern), weshalb ein beständiger Hub des Feststellbremshebels im Wageninneren eine wesentliche Bedingung war.​