Brembo präsentiert sein erstes In-Wheel projekt

22.09.2015

Brembo präsentiert auf der IAA sein erstes In-Wheel projekt


Drei Jahre hat Brembo an der Rad-End-Architektur geforscht und schließlich bewertet. Jetzt schließt sich das Unternehmen dem europäischen Innovationsprojekt EU-LIVE an – ein großer Schritt in Richtung Zukunft

Nach mehr als 50 Jahren intensiver Geschäftstätigkeit mit Bremsen hat sich Brembo beachtliches Wissen über Bremssysteme für Fahrzeuge angeeignet. Auf Basis dieser Kompetenz hat das Unternehmen im April 2012 begonnen, die In-Wheel-Architektur zu analysieren.

Drei Jahre später konkretisieren sich diese Studien in jener Technologie, die erstmals bei der 66. Auflage der IAA in Frankfurt präsentiert werden wird. Brembo zeigt dort ein Auto mit vierElektromotoren, einem pro Rad, mit einer Höchstleistung von 90 kW und einem maximalen Drehmoment von 900 Nm. Die Durchschnittswerte liegen bei 60 kW und 600 Nm.

Für das Zusammenspiel von Mechanik, Motor und Bremsen sorgt eine spezifische Kontrolleinheit, die das ganze End-Modul, d.h. den Motor und die Bremse steuert.

 

 

Das bedeutet für die Praxis, dass Antrieb, Energierückgewinnung und dissipative Bremsmomente integrierte Kontrollen durchlaufen. Diese Lösung bietet zahlreiche Vorteile, wie die jüngsten Straßentests bewiesen haben: Neben der Leistung haben sich auch die Fahrdynamik und die Sicherheit verbessert.

Durch die eigenständigen Antriebsaggregate in den vier Rädern lässt sich deren Verhalten situationsbedingt anpassen. Das Herzstück des von Brembo entwickelten Systems ist der bürstenlose Motor mit Dauermagneten. Er ist mit einem sehr kompakten Stator-Rotor-System versehen.
        

 
 

                 

 

Die Bremsanlage hingegen besteht aus einem elektromagnetischen Brake By Wire System, mit Bremssätteln und Scheiben in Leichtbauweise. Brembo zählt zu den zwölf Partnern des EU-LIVE Projekts, das im Juni im österreichischen Graz vorgestellt wurde. EU-LIVE ist das Akronym für Efficient Urban Light Vehicles. Dabei handelt es sich um ein europäisches Konsortium, bestehend aus Unternehmen der Automobilbranche, Zulieferern von Fahrzeugkomponenten und Forschungsinstituten.

EU-LIVE, dem Brembo als einziger Vertreter aus Italien angehört, hat es sich zum Ziel gesetzt, die Elektrofahrzeuge der L-Klasse, die wegen ihrer hohen Anschaffungskosten vom Markt nur wenig nachgefragt werden, attraktiver zu machen.

Durch die Nutzung der gebündelten Kompetenzen seiner Partner will sich EU-LIVE zu einer gemeinsamen Plattform entwickeln, die es ermöglicht, in 36 Monaten drei unterschiedliche
Elektrofahrzeuge mit zwei-, drei- und vier Rädern zur Serienreife entwickelt, die alle unter 450 Kg wiegen.


Die Zukunft kann nicht warten und dieses Mal gibt Brembo Gas anstatt zu bremsen.