Bremsanlagen: rally vs rally-raid

03.01.2016

Brembo in der Paris-Dakar

Um die über 9.000 km der Rallye Dakar, das berühmteste Langstreckenrennen der Welt (ca. 4.700 Sonderprüfungen, die restlichen Fahrprüfungen) zu bewältigen, verfügen die meisten Autos über speziell ausgeklügelte Bremsanlagen.Mit seiner 30-jährigen Erfahrung bei diesem Rennen, das früher Paris-Dakar hieß, ist Brembo bei der Auflage 2016 als Lieferant für 10 Fahrzeuge präsent, die um die besten Positionen kämpfen.


 




Die Bremsanlagen für die Rallye Dakar unterscheiden sich in ihrer Robustheit und Haltbarkeit von jenen, die für normale Rallyes verwendet werden.


Ein normales Rallyefahrer erreicht ein Gewicht von 1.200 kg und der Fahrer bedient sich ständig der Bremsen, über die er den Streckenverlauf regelt.


Die Autos bei der Rallye Dakar wiegen hingegen 3 Tonnen und die Fahrer fahren auch 10 km lange Abschnitte ohne auf die Bremse zu steigen.


Wenn die Strecke den Dakar-Teilnehmern jedoch abrupte Bremsmanöver aufzwingt, zum Beispiel von 190 km/h auf 60 km/h wird die Bremsanlage entschieden stärker beansprucht als jene der Rallyefahrzeuge.


Das Ergebnis ist ein hoher Energieschub, bei dem sich die Scheiben verbiegen können.


Um dieses Problem zu vermeiden, haben die Brembo Ingenieure an der schwimmenden Lagerung gearbeitet, damit sich die Scheibe ausdehnen kann.


 

 
 

Da sich im Streckenverlauf der Rallye Dakar unterschiedliche Bodenverhältnisse abwechseln (von feinstem Sand über Schotter bis zu erdigem Boden), haben die Brembo Bremsanlagen keine überstehenden Teile, die leicht beschädigt werden könnten.Zudem erfordern die extremen Wetterbedingungen (von Kälte auf 4.600 Meter Seehöhe in den Anden bis zu drückender Hitze in der Wüste Australiens) eine Bremsanlage, die in einem sehr breiten Temperaturbereich perfekt funktioniert.


Um einen Leistungsabfall in der Marathon-Etappe (1.271 km in 2 Tagen ohne am Ende des ersten Tages Eingriffe am Fahrzeug vornehmen zu können) zu verhindern, haben die Racing Beläge eine Länge von 164 mm gegenüber den 140 mm, die bei den normalen Rallyes verwendet werden. 


Die auf dem Werkstoff Keramik basierenden Mischungen RB350 und RB340 gewährleisten die höchste am Markt erhältliche Beständigkeit gegen Bremsschwund und Abnutzung und tragen dadurch ausschlaggebend dazu bei, die Temperatur der Scheibe und der Flüssigkeit im Bremssattel sehr niedrig zu halten.


 

​Die Beläge RB350 ​zeichnen sich durch einen sehr hohen Anfangsbiss aus, die RB340 hingegen  weisen eine sehr hohe Modulierbarkeit beim Bremsen auf. Die 6-Kolben Bremssättel bestehen aus Aluminium und sind luftgekühlt. In komplizierten Fällen wird die Luftkühlung durch die Wasserkühlung ersetzt.Für die Auflage 2016 hat Brembo zudem Ultralight-Scheiben produziert, die die Massen im Vergleich zum Vorjahr verringern.