Der GP von China aus der Sicht von Brembo

15.04.2016

Die Beanspruchung der Formel-1 Bremsen am Kurs von Shanghai am Röntgenbild betrachtet

Vom 15. bis 17. April ist der Shanghai International Circuit Austragungsort des 3. Rennens der Formel-1 WM 2016.

 

Die Strecke, die von den Architekten Hermann Tilke und Peter Wahl geplant wurde, entspricht dem Muster des chinesischen Zeichens Shang. Bedingt durch eine 1.397 Meter lange Gerade heißt es für die Boliden Vollgas auf 56% der Strecke. Andererseits ist wegen der 5 Kurven, die im 2. Gang gefahren werden, eine hohe dynamische Last erforderlich.

 

Der Trimm der Boliden ist daher ein Mittelding zwischen den beiden Grenzfällen zugunsten der Bremswirkung, da der aerodynamische Widerstand die Verlangsamung erleichtert. Nach Meinung der Brembo Techniker, die die 21 WM-Strecken auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet haben, fällt der Shanghai International Circuit in die Kategorie der mittelmäßig anspruchsvollen Strecken für die Bremsen. Die Strecke von Shanghai verdient einen Schwierigkeitsgrad von 6 so wie jene von Barcelona und der neue Kurs von Mexiko Stadt.


 

Die Beanspruchung der Bremsen während des GP

                                 

Die Bremszeit beträgt 18% der gesamten Renndauer, das ist die kürzeste der ersten 7 Rennen der WM 2016. Die mittlere g-Kraft liegt bei 3,4, das sind 15% weniger als bei den bereits bestrittenen Rennen in Australien und Bahrain. In Bezug auf die beim Bremsen aufgewendete Energie rutscht der Shanghai International Circuit hingegen auf den drittletzten Platz unter den WM-Strecken: im Schnitt dissipiert ein Fahrzeug beim Bremsen eine Energie von ca. 97 kWh, das entspricht der elektrischen Energie, die ein Bewohner von Tansania in einem Jahr verbraucht.

 

Allerdings muss jeder Fahrer im gesamten GP 450 Mal bremsen, dabei wirkt eine Gesamtlast von über 51 Tonnen auf das Bremspedal ein, das entspricht dem 10-fachen Gewicht eines mittelschweren Elefanten.


 

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Die anspruchsvollsten Bremsungen   

                                      
Von den 8 Bremsmanövern des Shanghai International Circuit werden 2 als anspruchsvoll für die Bremsen eingestuft, 4 weisen einen mittelschweren Schwierigkeitsgrad auf und 2 sind leicht zu bewältigen. Die anspruchsvollste, die eine g-Kraft von knapp 5 erreicht, ist die Kurve 14, weil die Fahrer dort mit über 330 km/h ankommen und eine Kraft von 183 kg auf das Bremspedal ausüben müssen, um in nur 1,74 Sekunden auf 61 km/h abzubremsen. In Bezug auf die g-Kraft ist auch die erste Kurve (4,6 g) kein Spaß, aber die Geschwindigkeit wird nur halbiert: von 320 auf 158 km/h.

 

Die 4 Bremsungen mit mittlerem Schwierigkeitsgrad erfordern immerhin eine Kraft zwischen 104 und 132 kg auf das Bremspedal; nicht gerade ein Spaziergang. Die sanfteste Bremsung ist die Kehre der Kurve 3, weil die Autos hier mit knapp über 120 km/h einfahren: die Fahrer müssen nur 20 Meter bremsen, um die Kurve anzugehen.


 

 
 

 

Brembo Siege

                                      
In China hat Brembo 8 der 12 bis dato ausgetragenen Rennen gewonnen, einschließlich der letzten 4, 3 davon mit Mercedes. Ferrari kann 4 Siege verbuchen. In China hat Sebastian Vettel das erste Rennen 2009 mit Red Bull gewonnen. Zwei Erfolge in Shanghai gehen auf Lewis Hamiltons Konto mit Brembo.