Vor dreißig Jahren führte Brembo die Hinterradbremse am linken Lenkerstummel ein. Eine Idee, die heute von Trackday-Enthusiasten geschätzt wird.

Kann ein schwerer Unfall die Entwicklung eines innovativen Produkts anstoßen, das schließlich allen zugänglich wird? Die Rede ist von der Brembo-Daumenbremspumpe, die ursprünglich als maßgeschneiderte Lösung für einen einzelnen Fahrer entwickelt wurde und heute allen Motorsportbegeisterten zur Verfügung steht.

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Die Entstehung

Die Brembo-Daumenbremspumpe wurde von den Brembo-Ingenieuren entwickelt, um die körperlichen Einschränkungen von Mick Doohan auszugleichen. Während des Trainings zum Großen Preis der Niederlande 1992 in der 500-cm³-Klasse stürzte der australische Fahrer schwer und zog sich Verletzungen am rechten Bein zu, die beinahe zu einer Amputation geführt hätten.
 

Sein Bein konnte dank des schnellen Eingreifens von Dr. Costa gerettet werden, der ihn nach Italien brachte. Obwohl er noch nicht vollständig genesen war, stieg Doohan für die letzten beiden Rennen der Saison 1992 wieder auf seine Honda NSR 500, um Wayne Raineys Aufholjagd abzuwehren. Seine Bemühungen blieben jedoch erfolglos, da der amerikanische Fahrer ihn letztlich in der Gesamtwertung überholte.

Trotz der Winterpause hatte Doohan auch 1993 weiterhin mit der eingeschränkten Beweglichkeit seines rechten Fußes zu kämpfen. Vor dem Unfall nutzte er die Hinterradbremse häufig, insbesondere um die Geschwindigkeit in Kurven zu kontrollieren. Nach dem Sturz war ihm dies mit seinem Bein nicht mehr möglich.
 Da es ihm offensichtlich schwerfiel, die Bremskraft mit dem Fuß präzise zu dosieren, entwickelten die Brembo-Ingenieure eine individuelle Lösung: Die Hinterradbremse wurde nicht mehr über das rechte Fußpedal betätigt, sondern über einen handbetätigten Hebel auf der linken Seite des Lenkers.

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Auch dank dieser Innovation gewann Mick Doohan seine Wettbewerbsfähigkeit zurück und dominierte anschließend die Motorrad-Weltmeisterschaft mit fünf aufeinanderfolgenden WM-Titeln von 1994 bis 1998. Viele Experten sind noch heute der Ansicht, dass die Daumenbremspumpe einen entscheidenden Beitrag zu seinen außergewöhnlichen Erfolgen geleistet hat.

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Heute

Heute ist die Brembo-Daumenbremspumpe, erhältlich in drei Versionen mit Kolbendurchmessern von 11 mm, 13 mm oder 14 mm, auch ein Performance-Upgrade, das von allen Rennstrecken-Enthusiasten erworben werden kann. Sie wird hauptsächlich eingesetzt, um ein Wegrutschen des Hinterrades in Kurven zu verhindern.
 

In der Praxis funktioniert die Daumenbremspumpe wie eine Art Traktionskontrolle: Sie wird in der Kurvenmitte betätigt, um den Fahrer dabei zu unterstützen, nahe an der Ideallinie zu bleiben und das Motorrad schneller wieder aufzurichten.

Diese Lösung wird besonders von Fahrern mit großen Füßen geschätzt, da sie es erleichtert, in Rechtskurven maximale Schräglage zu halten, ohne dass die rechte Stiefelspitze den Asphalt berührt.
Darüber hinaus bietet die Daumenbremspumpe gegenüber einer herkömmlichen Hinterradbremse eine bessere Ergonomie und ermöglicht eine feinere Dosierung der Bremskraft mit dem Daumen statt mit der Fußspitze.