So haben sich die Brembo Bremsen von der 125-er bis zur Moto-GP verändert

20.02.2017

Ein Überblick über die Brembo Bremsen, die Marquez bei den fünf gewonnenen Weltmeistertiteln verwendet hat: die Unterschiede und Ähnlichkeiten von 2010 bis heute.

Ihr könnt ihn lieben oder hassen, aber fünf Weltmeisterschaften gewinnt man nicht einfach mal so. Besonders wenn man bedenkt, dass es in der Geschichte der Weltmeisterschaften nur einen Fahrer gibt, der vor seinem 24.

Geburtstag schon fünf Mal Weltmeister wurde. Die Rede ist natürlich von Marc Marquez, zum dritten Mal Weltmeister in der MotoGP in nur vier bestrittenen Saisonen.

 

 

Wie bei Valentino Rossi haben auch alle Triumphe von Marc Marquez eine Gemeinsamkeit: die Bremsanlage von Brembo.

Natürlich änderten sich von Kategorie zu Kategorie und von Motorrad zu Motorrad die Eigenschaften der Bremsen. Aber alle kamen sie aus der Fertigung von Brembo Racing (www.brembo.com) vor den Toren von Bergamo in Norditalien.

Schauen wir uns die Eigenschaften der Bremsanlagen, mit denen Marquez seine Triumphe feiern konnte, also genauer an.

 

 
 

1) DIE BREMSSÄTTEL


Die Brembo Bremssättel stellen die wichtigste Gemeinsamkeit zwischen den fünf verschiedenen Motorrädern dar, auch wenn ihre Eigenschaften unterschiedlich sind, außer dass es vorne immer Monoblock-Sättel und hinten immer zweiteilige Sättel waren.

Die Monoblock-Sättel vorne ermöglichen optimale Leistungen im Bereich der Festigkeit der Bremse, die üblicherweise stärker beansprucht wird, nämlich der vorderen. Die Wahl von zweiteiligen Sätteln rückwärts hat technologische Gründe, außerdem unterscheidet sich die Festigkeit aufgrund der kleineren Dimension der Rückbremse im Vergleich zum Monoblock nur wenig.

Was sich für Marquez geändert hat, ist die Anzahl an Kolben und ihre Position: auf der Derbi, mit der er 2010 Weltmeister wurde, hatte er sowohl im vorderen Radialsattel als auch im hinteren Axialsattel zwei Kolben. Die Suter zwei Jahre später unterschied sich durch ihre vier Kolben vorne. Die Honda RC213V, mit der er drei Mal die Königsklasse gewann, verwendet hingegen vorne und hinten Radialsättel, hinten allerdings weiterhin mit 2 Kolben.

Außer den Siegermaschinen 2013 und 2014 wurden alle Sättel aus Aluminium hergestellt – nur in diesen beiden Jahren war es erlaubt vorne Aluminium-Lithium-Sättel einzusetzen.


 
 

2) DIE BREMSSCHEIBEN

Um die Kosten in Grenzen zu halten, verbot das Reglement der früheren 125-er Klasse und jetzigen Moto2 den Einsatz von Carbon-Scheiben. Deshalb setzte Marquez in den ersten beiden gewonnenen Meisterschaften Brembo Bremsscheiben aus Edelstahl.

Klarerweise wurden die Dimensionen mit der Zunahme des Hubraums auch größer: die Derbi hat Scheiben mit einem Durchmesser von 218mm vorne und 190mm hinten.

Die Suter 290mm vorne und 218mm hinten, mit einer größeren Stärke als die der 125-er. Die vorderen Scheiben der Honda MotoGP wurden hingegen aus Carbon hergestellt und weisen einen Durchmesser von 320mm auf, auf einigen Strecken wurde die RCV213V sogar mit 240mm Scheiben ausgestattet.

Auch in diesem Fall ist die Stärke der Scheiben größer als bei den kleineren Klassen.


 
 

3) DIE BREMSBELÄGE

Alle fünf Maschinen, auf denen Marquez Weltmeister wurde, verwendeten hinten Sinterbeläge H38: dabei handelt es sich um das Material, das die beste Leistung bringt, ohne dabei aggressiv zu sein.

Aus diesem Grunde ist die Mischung für den hinteren Belag unterschiedlich gegenüber der des vorderen, bei dem man mehr ausprobieren kann – soweit es das Material der dazugehörigen Scheibe zulässt.

Das erklärt auch, warum bei der 125-er und der Moto gesinterte Z04 eingesetzt wurden, während man sich bei der MotoGP Carbon-Beläge bediente. Klarerweise haben auch letztere im Laufe der Jahre zahlreiche Evolutionen durchlebt, auf die wir aber aus Gründen der Geheimhaltung nicht näher eingehen können.


 
 

4) DIE GEBERZYLINDER

Abgesehen von den Bremssätteln, -scheiben und -belägen stellt Brembo seit Jahren auch die besten Racing-Geberzylinder her.

Auch diese werden aus Aluminiumblocks hergestellt und nur einmal hat sich die Kolbengröße des vorderen Zylinders, den Marquez verwendet, geändert: auf der Derbi hatte er einen Achsabstand von 16mm, Suter und Honda hingegen haben einen von 18mm, wobei auch die Kolben größer sind als die der Derbi.

Die Unterschiede des hinteren Geberzylinders sind deutlich größer: bei der 125-er verwendete Marquez einen Geberzylinder aus Guss, mit externem Tank, der also nicht im Zylinderkörper integriert ist.

Die Kolbengröße blieb bei der Moto2 gleich, der Tank war nun aber in den aus einem Aluminiumblock hergestellten Zylinder integriert.
Zusätzlich zu diesen beiden Eigenschaften wurde für die MotoGP auch die Kolbengröße erhöht.


 

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