Das sind die härtesten Rennen für die Bremsen von Rossi, Marquez, Lorenzo, Vinales und Iannone

23.03.2017

Brembo, Bremsenlieferant aller MotoGP-Piloten, enthüllt, welche in der WM 2017 Saison die härtesten Strecken für die Bremsen sind

​​18 Rennstrecken, 2.000 km und fast 4.300 Bremsungen, wenn wir nur über die Rennen selbst sprechen. Die Rennsaison 2017 die MotoGP steht vor der Tür und wie jedes Jahr führt Brembo euch durch den Dschungel der aktuellen Bremsthemen. Denn auch wenn ein guter Motor auf der Geraden den Unterschied machen kann, wird das Rennergebnis oft durch die Bremsleistung entschieden.


 

 

​Viele denken, dass ein Rennfahrer, der besonders gut runterbremsen kann, das dann immer und überall kann. Das ist aber nicht immer so, denn der Einsatz der Bremsen hängt ganz von der jeweiligen Rennstrecke und den Witterungsbedingungen ab.

Aus diesem Grund haben die Brembo Techniker, die ja direkt und eng mit den Rennfahrern der Königsklasse zusammenarbeiten und auch dieses Jahr wieder die Bremsanlagen aller Rennfahrer betreuen werden, die Beanspruchung, der die Bremsen auf den 18 Rennstrecken in der MotoGP-Saison 2017 ausgesetzt sind, in eine Rangliste gesetzt. Die Strecken wurden mit Werten von 1 bis 5 bewertet: der niedrigste Wert, der auf Philipp Island erreicht wird, bedeutet eine geringe Beanspruchung der Bremsen.

Etwas mehr wird in Assen gebremst, trotzdem wird auch diese Rennstrecke als „leicht“ eingestuft. Insgesamt auf neun MotoGP-Rennstrecken, u.a. bei den ersten drei Rennen und den beiden italienischen, ist die Belastung für die Bremsanlage „mittel“. „Stark“ werden die Bremsen in Jerez, Brno und Aragonien beansprucht, aber immer noch weniger stark als auf denen, die die Bremsen „am stärksten“ belasten, nämlich Barcelona, Spielberg, Motegi und Sepang.

 

 

Diese Rangliste ist das Ergebnis verschiedener sowohl quantitativer als auch qualitativer Bewertungen der unterschiedlichen Merkmale jedes Gran Prix. Es ist eine Sache im kühlen Silverstone zu bremsen, wo es im letzten Jahr am Rennwochenende 18°C hatte. Eine andere Sache ist es Anfang Juni im warmen Barcelona, wo der Asphalt in den letzten beiden Jahren 48°C erreichte.

In diesem Fall hat man genau das umgekehrte Problem, nämlich die Carbon-Bremsen kühlen zu müssen, die dort bis zu 800°C erreichen. Selbstverständlich spielt auch die Streckenführung der Rennstrecken eine entscheidende Rolle: obwohl alle Strecken ungefähr dieselbe Länge haben, gibt es Grand Prix, in denen die Fahrer die Bremsen fast 300 Mal verwenden (genauer gesagt 297 Mal) und andere, wie der GP von Australien auf Philip Island, wo nur etwas mehr als 150 Mal gebremst wird.

Auf einigen Pisten muss pro Runde gleich oft gebremst werden, durch die unterschiedlichen Rundenlängen bremsen die Fahrer insgesamt aber unterschiedlich oft. In den Rennen von Aragonien, Brünn und Sepang muss jeweils 11 Mal pro Runde gebremst werden, da aber auf der ersten Rennstrecke 23 Runden, auf der zweiten 22 und auf der letzten nur 20 Runden gefahren werden, ergeben sich Gesamtbremsungen von 253 beim GP von Aragonien, aber „nur“ 220 beim GP von Malaysia.


 
 

Die Gesamtanzahl an Bremsungen ist aber oft nicht ausschlaggebend, um die Belastung auf die Bremse zu bewerten, da dabei nicht berücksichtigt wird, wie die Bremsungen auf der Strecke verteilt sind: auf den 4.542 Metern von Assen wird 10 Mal gebremst, der Streckenverlauf ist aber so, dass die Bremsungen nicht besonders anspruchsvoll sind, sehr zum Vorteil der Kühlung der Bremsanlage.

Auch in Motegi muss 10 Mal gebremst werden, die vielen engen Kurven, die im 2. Gang genommen werden müssen, erschweren aber die Abkühlung der Bremsen: tatsächlich sind in Japan die Bremswege an vier Stellen länger als 200 Meter, in einem Fall muss die Bremse sogar bis zu 263 Meter lang angezogen bleiben.

Eine weitere Variable, die nicht unterschätzt werden darf, ist die Bremsdauer jeder einzelnen Bremsung: zwei Bremsungen à 3 Sekunden sind, die Belastung der Bremsanlage betreffend, nicht vergleichbar mit einer, die 6 Sekunden dauert. In der ersten und letzten Kurve in Sepang bleiben die Fahrer für 5,3 bzw. 5,6 Sekunden auf der Bremse. In Assen hingegen dauert die längste Bremsung nicht länger als 3,9 Sekunden.


 
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Man könnte denken, dass das Verhältnis zwischen der Gesamtlänge eines Grand Prix und der Zeit, in der die Bremsen betätigt werden, eine allgemeingültige Kennzahl für die Belastung der Bremse bildet. Aber auch dieser Parameter allein reicht nicht aus. .

In Termas de Rio Hondo, Jerez und Assen setzen die Rennfahrer in 31% des Rennverlaufs ihre Bremsen ein, trotzdem zählt keine dieser Strecken zu den anspruchsvollsten der MotoGP. In Austin sind es 23%, das Rennen dort wird aber als für die Bremsen schwieriger eingeschätzt als das in Holland.


 

Auch die Heftigkeit der Bremsung, die mit dem Wert der durchschnittlichen Maximalverzögerung pro Runde ausgedrückt wird, hat Einfluss auf die Beanspruchung der Bremsanlage: in Spielberg sind Fahrer und Maschinen in den ersten 3 Bremsungen einer Maximalverzögerung von 1,5g ausgesetzt, die durchschnittliche Maximalverzögerung kommt auf der österreichischen Rennstrecke deshalb auf 1,3g, die weitaus höchste der gesamten Meisterschaft.

Wie Ihr seht ist jede der 18 Rennstrecke eine Welt für sich, für Brembo bedeutet das einfach immer wieder, in jeder Situation die höchstmögliche Zuverlässigkeit und Performance zu geben. Auch dieses Jahr werden wir alle Motorräder mit Bremsscheiben, -sätteln und -belägen in bester Qualität und Top-Performance ausstatten.