Der GP von Australien Formel 1 2017 – Brembo erklärt

23.03.2017

Die Bremsleistungen der Formel 1 Autos auf der Rennstrecke von Melbourne unter der Lupe

Ohne Bernie Ecclestone, dessen Namen die Trophäe trägt, die Brembo seit 2011 vergibt, startet die Formel 1 zum siebten Mal in Folge mit dem GP von Australien. Vom 24. bis 26. März wird das erste Rennen der Saison 2017 auf dem Albert Park Parcours in Melbourne ausgetragen. Gelegen im gleichnamigen Park führt die Strecke rund um den Albert Park See.

Die Rennstrecke ist üblicherweise für den Stadtverkehr geöffnet und deshalb zu Beginn des Wochenendes etwas rutschig. Mit der Zeit wird der Asphalt aber immer mehr abgeschliffen, sodass die Bremsleistungen sich verbessern: 2016 wurden die Rundenzeiten von der ersten freien Probe bis zum Q3 am Samstag um 6 Sekunden schneller.

Die verbesserte Verzögerung führt auf der anderen Seite aber zu einem höheren Stress für die Bremsanlagen: die Beläge werden stärker abgenutzt und die Bremsscheiben erreichen sehr hohe Temperaturen, obwohl die Asphalttemperatur weniger hoch ist als auf vielen Strecken der nördlichen Erdhalbkugel.


 
 

Die größere Bereifung, die dieses Jahr eingeführt wurde, ermöglicht einen besseren Halt in den Kurven: die Bremswege werden dementsprechend weniger lang sein als letztes Jahr, da die Rennwagen die Kurven mit höherer Geschwindigkeit fahren können.

Durch die größeren Reifen steigt auch das Bremsmoment, aus diesem Grund haben die 2017 eingesetzten Bremsscheiben eine dickere Stärke und eine höhere Anzahl an Belüftungsbohrungen.

Nach Meinung der Brembo Techniker gehört die Rennstrecke von Albert Park zu denen, die die Bremsen sehr stark beanspruchen. Auf einer Skala von 1 bis 10 rangiert sie bei 8, so wie auch die Rennstrecken in Monza, Baku, Sotchi und Spielberg.


 

L’impegno dei freni durante il GP


Auf der Piste in Australien wird in neun Punkten gebremst, insgesamt ist die Gesamtzeit der Bremsungen pro Strecke eine der geringsten der WM: letztes Jahr war die Durchschnittsgeschwindigkeit auf diesem Kurs die höchste von allen acht Rennen der Formel 1.

Trotzdem bleibt die durchschnittliche Verzögerung hoch, etwas mehr als 4g, verursacht durch ganze vier Kurven, in denen ein Wert über 4g gemessen wird.

Vom Start bis zur Zielflagge setzt jeder Fahrer die Bremsen mehr als 510 Mal ein, zusammengerechnet ergibt das eine Belastung des Bremspedals von 62,2 Tonnen, was dem Gewicht von 95 Formel 1 Rennwagen inklusive Fahrer entspricht.

Anders ausgedrückt steigt jeder Fahrer pro Minute mit einer Belastung von mehr als 7 ½ Zentnern auf die Bremse.

Albert Park ist eine der Pisten der Meisterschaft, in der die Fahrzeuge die höchste Energie während der Bremsungen abgeben: im Durchschnitt kommt ein Wagen auf 161 kWh, was dem Verbrauch von mehr als 1.200 Playstation 4 pro Stunde entspricht.

 

 

Die stärksten Bremsungen

Von den neun Bremsungen im Albert Park werden vier als anstrengend für die Bremse, drei als mittelschwer und zwei als leicht eingestuft.

Die am meisten gefürchtete ist die Kurve 3, wo die Fahrer sich zuvor das DRS zunutze machen und damit auf Geschwindigkeiten von 312 km/h kommen: die Bremsung beträgt dort 110 Meter, etwa ein Dutzend weniger als letztes Jahr, da die Rennwagen schneller ankommen und die Kurve mit einer höheren Geschwindigkeit bewältigen können.

Dafür benötigen sie 1,3 Sekunden, in denen sie 163 kg Last ausüben und einer Verzögerung von 4,8g ausgesetzt sind. Sehr anspruchsvoll ist auch die erste Kurve nach dem Ziel, auch diese liegt nach einer Strecke, in der das DRS eingesetzt wird: die Verzögerung ist auch 4,8g, aber die Bremsung erfolgt in 94 Metern und 94 Zehntelsekunden.

Dieses Jahr wird der Bremsweg etwa 20 Meter geringer sein als letztes Jahr, da die Rennautos mit 164 km/h in die Kurve fahren gegenüber den 143 km/h 2016.



 

Erfolge von Brembo

In Australien hat Brembo genau die Hälfte der gefahrenen Rennen gewonnen, 16 von 32. Der erfolgreichste Fahrer in Melbourne mit Brembo Bremsen ist Michael Schumacher mit vier Gewinnen, gefolgt von Gerhard Berger, Ayrton Senna und Nico Rosberg mit jeweils zwei Siegen.

Der letzte Triumph von Ferrari liegt 10 Jahre zurück – 2007 konnte Kimi Raikkonen das Rennen für sich entscheiden.